750.000 Menschen werden aus ihren Häusern vertrieben, ganze Dörfer entleert, Familien auseinandergerissen. Eltern verlieren ihre Kinder auf der Flucht, Familien werden über Grenzen hinweg getrennt. Für die Palästinenser:innen trägt dieses historische Ereignis einen Namen: Nakba – die Katastrophe.
Bridges of Resistance Camp vom 9. bis 16. Mai auf der Moorweide in Hamburg
Bundesweite Großdemo “Stop Nakba Now” am 16.05.2026 in Hamburg, Landungsbrücken
Es ist der Beginn eines kollektiven Traumas. Häuser, Felder und Erinnerungen bleiben zurück, während hunderttausende Menschen zu Geflüchteten werden. Viele glauben zunächst, sie würden bald zurückkehren können. Doch 78 Jahre später ist die Nakba nicht vorbei: Besatzung und Vertreibung gehen weiter. Seit Oktober 2023 verübt Israel in Gaza einen Genozid, der gesamte Streifen liegt in Trümmern. Im Westjordanland nimmt Siedlergewalt enorm zu und die Vertreibung schreitet aktiv voran.
Dem erklärten Ziel – die Annexion der verbliebenen Gebiete Palästinas zu vollziehen – ist Israel so nah wie nie zuvor.
Auch der Libanon und Syrien werden immer wieder Ziel militärischer Angriffe. Die gesamte Region soll im Sinne israelischer Sicherheits- und Machtinteressen neu geordnet werden, um ein “Greater Israel” zu schaffen. Während die gescheiterte Waffenruhe von Israel in Gaza bis zu 2000 mal gebrochen wurde und im Libanon sogar über 10.000 mal, ist der Angriffskrieg von USA und Israel gegen den Iran eine neue, gefährliche Eskalation für die Region. Millionen Menschen müssen um ihre Familien fürchten und sind bereits jetzt von Tod, Hunger und Vertreibung bedroht.
Wir fordern:
- Stopp der Einmischung fremder Mächte in Westasien! Das nationale Selbstbestimmungsrecht der Völker ist unantastbar!
- Rückkehrrecht für alle vertriebenen Palästinenser:innen und ihre Nachkommen!
- Gleiche Rechte für alle Menschen in der Region Westasien! Stoppt die Apartheid zwischen Jordanfluss und Mittelmeer!
- Freilassung aller palästinensischen Gefangenen und Geiseln!
End Occupation and German Complicity
Trotz des in Echtzeit live gestreamten Genozid hält die deutsche Regierung an der Staatsräson, also der bedingungslosen Unterstützung Israels fest. Zum einen ist das in der Außenpolitik zu beobachten, wenn Deutschland Waffen nach Israel liefert und diplomatisch Rückendeckung gibt.
Auf der anderen Seite erfahren palästinasolidarische Menschen – und insbesondere Palästinenser:innen selbst – immense Repressionen und Kriminalisierung durch Staat und Polizei. Die Botschaft ist klar: Wir werden eingeschüchtert, für Frieden und internationale Solidarität auf die Straße zu gehen!
Angesichts von Kriegskurs und massiver Militarisierung seitens des deutschen Staates ist dies nicht verwunderlich. Sei es die Wehrpflicht, die trotz starker Streiks über die Köpfe der Schüler:innen hinweg verabschiedet worden ist, die Umstellung von ziviler auf militärische Produktion, militärische Übungen in unseren Städten, die Angriffe auf die Zivilklausel an Universitäten und die ungemeinen hohen Sonderausgaben, die in Rüstungsunternehmen und militärische Infrastruktur gepumpt werden – Deutschland macht sich kriegstüchtig und damit kriegsbereit.
Und das passiert auch am Hamburger Hafen, einer der Umschlagplätze für deutsche Rüstungsgüter. Pro Woche werden hier tonnenweise Waffen und Munition verschifft, auch nach Israel. Hier lässt sich die Lieferkette durchbrechen und stören.
Wir fordern:
- Waffenembargo gegen Israel – sofort! Keine Waffen für Genozid! Deutschlands historische Verantwortung gegenüber den Palästinenser:innen anerkennen!
- Kriegsprofiteure markieren – Rüstungsverschiffung unterbrechen!
- Keine Wehrpflicht und andere Zwangsdienste!
Die Reichen wollen Krieg, die Arbeitenden eine Zukunft
Und während all diese Milliarden in Rüstung, Krieg und Überwachung gepumpt werden, erzählt man uns, es sei kein Geld da.
In unseren Krankenhäusern ist das Personal überlastet und unterbesetzt. Schulen und Universitäten sind marode und sollen trotzdem kürzen. Azubi-Vergütungen reichen nicht zum Leben. Kultur- und Jugendclubs müssen wegen mangelnder Finanzierung schließen. Frauenhäuser werden nicht ausgebaut. In dieser Situation verspricht Friedrich Merz die größten Angriffe auf den Sozialstaat seit Bestehen der BRD, u.a. die Abschaffung des 8 Stunden Tages, die Kürzung von Arbeitslosengeld und Implementierung rechtswidriger Vollsanktionen und die Abschaffung des Pflegegrades 1. Doch wir sind nicht dumm: Das Geld, das uns für Gesundheit, Bildung und Soziales verweigert wird, ist da. Unser Sozialprotest muss mit der Gegnerschaft zum Aufrüstungs- zum Kriegskurs der Bundesregierung einhergehen.
Wir fordern:
- Rüstungs- und Kriegsproduktion in zivile Produktion umwandeln!
- Stopp dem autoritären Staatsumbau und den Angriffen auf die Arbeits-, Lebens- und Lernbedingungen!
- 100 Milliarden in Gesundheit, Bildung und Soziales statt in Bundeswehr, Rüstung und Unternehmenssubventionen!
Ihre Repressionen kriegen uns nicht klein
Doch gegen alle Versuche, Widerstand gegen diese Politik aufzubauen, baut der Staat seinen Apparat zunehmend autoritär aus: Von Berufsverboten, über Überwachung hin zu mehr Befugnissen der Polizei und des Verfassungsschutzes – alles Instrumente, um Protest möglichst einzuschränken und rassistische Praktiken in den Sicherheitsapparaten weiter auszubauen.
Auch direkte Polizeigewalt richtet sich in erster Linie gegen migrantische Communities und gegen alle, die anfangen, sich gegen die Politik des Staates zu wehren. Das Migrationsrecht wird verschärft und das neue Einbürgerungsgesetz zur Einschränkung der Meinungsfreiheit instrumentalisiert.
Langwierige und teure Gerichtsprozesse sollen uns mürbe machen und die Bewegung schwächen. Mit ihrer Repression wollen sie uns Angst machen und die Bewegung spalten. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern. Unsere Antwort auf Repression heißt: Organisation und Widerstand!
Wir fordern:
- Schutz und Gewährleistung der Versammlungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit in Deutschland!
- Keine Verfahren wegen Palästinasolidarität! “From the river to the sea” endlich entkriminalisieren!
- Cuts we support: Defund the police!
- Um Europa keine Mauer – Bleiberecht für alle und auf Dauer!
Bridges of Resistance – Stop the war machine
Wir laden euch ein, vom 09. bis zum 16. Mai zum Bridges of Resistance – Camp nach Hamburg zu kommen, um mit uns zusammen Alternativen zu dieser kriegerischen Normalität aufzubauen. Wir wollen uns gemeinsam vernetzen, bilden und strategische Diskussionen mit Menschen aus sozialen Bewegungen aus ganz Deutschland führen. Führt in dieser Woche gerne auch in euren Städten öffentlichkeitswirksame Aktionen unter dem Titel “Stop Nakba Now” gegen die treibenden Kräfte hinter der deutschen Kriegspolitik aus.
Kommt am 16. Mai auf unsere bundesweite Großdemonstration in Hamburg- Wir machen Druck auf die deutsche Bundesregierung und ihre Komplizenschaft an Krieg und Vertreibung in Westasien!
Stop Nakba Now!
Die Kampagne „Stop Nakba now!“ wurde initiiert von Eye4Palestine, Thawra Hamburg und der BAG Palästinasolidarität. Sie wird getragen von zahlreichen Gruppen und Basisorganisationen bundesweit.
